TTR-Wissen

Thermotransferfolien gibt es unter den verschiedensten Bezeichnungen auf dem Markt. In diesem kurzen Überblick TTR-Wissen finden Sie die wichtigsten Informationen zu den grundlegenden Unterschieden zwischen den zahlreichen Thermotransferfolien.

Verschiedene TTR-Qualitäten

Alle Thermotransferfolien bestehen aus einem individuellen Wachs-/Harz-Gemisch. Je nach ihrem Mischungsverhältnis wird jede Folie einer Hauptkategorie zugeordnet:

  • Wachs-Thermotransferfolien
  • Wachs-/ Harz-Thermotransferfolien
  • oder Harz-Thermotransferfolie.

Die Übergänge sind dabei fließend.

Die drei Hauptkategorien unterscheiden sich nicht nur im Folienpreis. Auch die Einsatzgebiete und möglichen Einsatzbedingungen sind verschieden. Grundsätzlich gilt: Je höher der Harzanteil in der Beschichtung, desto teurer das Material.

Wachs-Thermotransferbänder

Wachs-Qualitäten werden überwiegend auf FlatHead Druckern mit niedriger Druckenergie angewendet. Durch den hohen Anteil verschiedener Wachse in der Beschichtung sind Wachsfolien die besonders kostengünstige Lösung für den Druck konturscharfer Barcodes. Aber Wachsfolien drucken auch gut Texte und Grafiken auf beschichtete und unbeschichtete Papiere. Wachs-Qualitäten bieten sich an, wenn der Druck zwar randscharf und satt schwarz sein soll, aber an die Kratz- und Wischfestigkeit keine höheren Ansprüche gestellt werden.

Wachs-/ Harz-Thermotransferbänder

Beispiel für ThermotransferfolieDie große Gruppe an Wachs-/ Harz-Qualitäten eignet sich bei höheren Ansprüchen an die Druckeigenschaften. Der Druck mit diesen Bändern ist beständiger als mit Wachsfolien.

Durch den höheren Harzanteil in der Beschichtung härtet der Druck schneller aus, was ihn zugleich wisch-und kratzfester macht. Dadurch können Wachs-/ Harz-Folien mit höheren Druckgeschwindigkeiten verarbeitet werden. Sie bieten einen hochauflösenden, randscharfen Druck auf Papieren und verschiedenen Kunststoffen (OPP, Nylon, PE-, PP-, PET- und PVC-Folie o.ä.).

Harz-Thermotransferbänder

Größte Wisch- und Kratzfestigkeit aller Thermotransferfolien bieten Bänder mit besonders harzhaltiger Beschichtung. Harz-TTR erfüllen deshalb höchste Ansprüche beim Druck auf lackierten und sehr glatten Materialien.

Durch den hohen Schmelzpunkt von Harzen ist der Druck besonders hitzeresistent. Das erfordert aber auch höhere Drucktemperaturen, um gute Ergebnisse zu erzielen. Die hohe Drucktemperatur wiederum geht oft einher mit einer geringen Druckgeschwindigkeit.

Im Harz-Segment gibt es viele Spezialfolien. Manche Folien weisen eine Beständigkeit gegen spezielle Lösungsmittel oder auch im Pasteurisierungsprozess aus. Andere Harzfolien sind speziell für den Druck auf Textil-Materialien entwickelt oder für seewasserfeste Anwendungen.

Gut zu wissen: Es gibt keine offiziellen Vorschriften zum Mischungsverhältnis der Wachs- und Harzanteile, nach denen eine Folie einer Gruppe zugeordnet wird. Eine Thermotransferfolie kann deshalb bei verschiedenen Anbietern z.B. als Wachs- oder als Wachs-/ Harzfolie angeboten werden. Damit ist sie auch einem unterschiedlichen Preissegment zugeordnet.

FlatHead und NearEdge – TTR

Wachs-TTR für den Standard-Einsatz sind fast immer FlatHead-Folien (FH). Das heißt, sie laufen auf FlatHead Druckern. Dagegen sind die Kategorien Wachs-/ Harz- und Harz-Thermotransferbänder unterteilt in FlatHead und NearEdge (NE)- oder CornerEdge-Folien, je nach eingesetzter Drucktechnologie.

Im NearEdge-Bereich muss der Druck sehr viel schneller aushärten. Es werden sehr hohe Taktgeschwindigkeiten in der Regel bis zu 600 m/s gefahren. Hersteller wie Markem und Videojet nennen sogar 1.600 mm/s!

NE-Folien sind deshalb dünner beschichtet als Folien für FlatHead Drucker. Der Grundaufbau der Folien bleibt aber immer gleich.

 

Aufbau einer Thermotransferfolie/ TTR

TTR besteht aus mehreren Schichten. Das Trägermaterial ist in der Regel eine 4,5 µm dünne Polyesterfolie. Eine neue Foliengeneration für moderne NE-Hochgeschwindigkeitsdrucker basiert dagegen auf einem nur 4,0 µm dünnen Trägerband.

Eine Folienseite ist mit dem spezifischen Gemisch aus Wachsen und Harzen beschichtet. Die Rückseite trägt eine spezielle Beschichtung, die den Druckkopf vor übermäßiger Reibung schützt. Dieses Backcoating vermindert auch die statische Aufladung.

Grafik Aufbau Thermotransferfolie/ TTR

Zusätzlich hilft ein dünner Wachsfilm, die Releaseschicht, beim Trennen der Beschichtung vom Trägerband während des Druckvorgangs. Dieser Wachsfilm hat den schönen Nebeneffekt, dass er dem Druck einen schönen Glanz verleiht.

 

 

 

 

Drucktechnologie beim Thermotransferdruck

Thermotransferdruck arbeitet mit Wärme. Der Druckkopf drückt das Farbband auf das Material. Durch gezieltes softwaregesteuertes Anschalten von winzigen Heizelementen im Thermodruckkopf wird die Folienbeschichtung erwärmt. Dadurch schmilzt die Wachs-/ Harz-Mischung und löst sich vom Trägerband. Sie wird dabei auf das Druckmaterial übertragen.

Drucker mit FlatHead Druckkopf

Grafik Prinzip von Flat Head Druck

 

 

 

 

 

Die Thermoleiste (Druckkopf) mit dem dazugehörigen Kühlkörper liegt flach auf dem zu bedruckendem Material.
Vor und nach dem eigentlichen Druckvorgang laufen das Thermotransferband und das Etikett oder die Verpackungsfolie parallel zueinander. Der Druck erhärtet, bevor sich die beiden Schichten voneinander trennen.

Drucker mit NearEdge oder CornerEdge Druckkopf

Grafik Prinzip Near Edge Druck

 

 

 

 

 

Beim NearEdge Drucker liegt der Druckkopf in einem 20-30° Winkel auf dem zu bedruckendem Material. Die Heizpunkte sind dabei nahe der Kante positioniert.

Grafik Prinzip Corner Edge Druck

 

 

 

 

 

Der CornerEdge Druckkopf sitzt direkt auf der Kante.

Sofort nach dem eigentlichen Druckvorgang werden Thermotransferfolie und bedrucktes Material voneinander getrennt. Das Wachs-/ Harz Gemisch ist dann noch nicht ausgehärtet.
NE-Thermotransferbänder sind deshalb mit besonders schnell erhärtenden Wachs-/ Harz-Mischungen beschichtet. Sie laufen in industriellen Hochleistungsdruckern, von denen neuere Modelle bis zu 1600 mm/s fahren.

Druckerhersteller wie Markem oder Videojet setzen in den neueren Modellen auf den Einsatz von Farbbandrollen bis zu 1.100 oder sogar 1.200 Laufmetern. Der Platz in der Druckkassette, in die die Folienrolle eingelegt wird, begrenzt den  Durchmesser der Rollen. Das bedeutet, dass das Trägerband der Folie besonders dünn sein muss. Die neue Foliengeneration mit einem 4,0 µm dünnen Trägerband ermöglicht einen gleichbleibenden Rollendurchmesser bei größerer Lauflänge.